Herzfetzen - von einsamen Herzen ...

...  und ihrer Suche nach Glück

... und ihrer Suche nach mehr

... und ihrer Suche nach Liebe 

 

 

Über die Herzfetzen:

Es war einmal vor langer Zeit, vielleicht war es auch gestern oder morgen, da gab es einen kleinen Jungen. Ein König seiner eigenen Welt. 

Und der kleine Junge lachte, liebte und spielte in der Vollkommenheit allen Seins.
Vielleicht warf er auch einfach einen kleinen Ball ins Gras oder steckte sich Sandkuchen in den Mund. Es war ihm gleich, denn alles war gut.

Da kam der Vater auf ihn zu und sprach:
„Sohn, du wirst vielen Menschen in deinem Leben begegnen. Doch schau nicht dreimal hin. Beim dritten Blick verwandelt der Mensch sich in Stein und du bleibst für immer allein.“

Der kleine Junge schluckte schwer, spürte diesen Kloß  in der Brust und traute sich nicht zu weinen.
Da kam ein Mädchen seines Weges und der Junge schaute, verliebte sich und war sich sicher: Dieses Mädchen war das wundersamste Wesen der Welt. Und er lächelte. 

Da blickte er sie ein zweites Mal an und merkte, wieviel mehr als Verliebtheit das doch war. Er mochte sie. Nicht für das, was sie ihm sein könnte, sondern weil sie war, wer sie war.
Doch da durchbrach die Stimme des Vaters des Jungen Gedanken und er weinte.
Innen. 

Denn außen durfte er nicht mehr um sich schauen. Die Angst war zu groß, mit einem dritten Blick die Frau zu versteinern, die doch seine Liebe sein könnte. 

Und so blieb der Junge stehen, wich nicht vom Fleck und das Mädchen wurde zur Frau. Zu einem Stein auf seiner Seele.

Der Vater hatte recht behalten. Schon vor dem dritten Blick war das Gefühl des Untragbaren zu groß, zu schwer, zu viel.

So lebte der Junge sein Leben mit einfachen Blicken auf Menschen. Die zweiten und dritten Momente durchlebte er im Inneren und war sich seiner Macht bewusst. Seine Macht, die ihm als Fluch auf den Schultern lastete. 

Warum sollte er lieben, wenn doch alles zu Stein würde, was er in sein Innerstes einlud.
Die Jahre zogen ins Land, der Junge wurde zum Mann, zum Vater und es war gut, wie es war.
Dem Mann, der einst ein König seines Lebens war, tat nichts weh, denn dafür war kein Raum. Er fragte sich nicht nach Glück, das sich ihm, dem Verfluchten, nicht zeigen würde, egal wie sehr er sich danach sehnte.
Dessen war er sich so sicher, wie er sich seines Lebens noch nie sicher gewesen war. 
 

Es war einmal ein kleines Mädchen, das war die Königin über seine Welt. Es spielte und liebte alles Leben, was in seine Nähe kam. Es küsste Pferde auf die Nüstern und lachte. Vielleicht spielte es auch mit ein paar Straßenkatzen oder steckte sich Kiesel in den Mund. Es war ihm gleich, denn alles war gut.
Da kam ihre Mutter auf sie zu und sprach:

„Tochter, du wirst vielen Menschen in deinem Leben begegnen. Schau dreimal hin, denn sie werden dich auf die ersten Blicke belügen, dich täuschen. Wer dem dritten Blick standhält, den, und nur den lass in dein Herz, sonst bleibt es in Fetzen in dir zurück.“

Und das kleine Mädchen lächelte, begriff die Macht von Liebe und ging seinen Weg.
Sie wurde zur Frau, da kam ein Mann ihres Weges und sie glaubte, er sei der Schlüssel zur Liebe. Sie wollte es so sehr. Aus Angst, er würde ihren drei Blicken nicht standhalten, setzte sie die Brille ab und sah seine Facette als Abbild des Glückes. 

Und alles war gut. Alles war richtig.
Bis es das nicht mehr war und sie ihr kleines Herz in Fetzen, blutend auf dem Boden der Tatsachen wiederfand.
Und so wurde es wahr. Die Mutter hatte recht behalten. Liebe war eine gefährliche Axt, die sie zerstören wollte.
Da lief die Frau weiter und liebte in Pastell, arbeitete an der Liebe und hoffte, dass der dritte Blick eines Tages eintreffen würde, wenn sie nur lang genug wegschaute. Sie war eine Mutter ohne Kinder und eine Liebende ohne Liebe.

Und alles war gut, alles war richtig. Ihr Herz sorgfältig eingewickelt.
Niemand sollte dieses Herz noch weiter zerfetzen.
 
So war es nur eine Frage der Zeit, bis das Leben die Frau und den Mann in einen gemeinsamen Raum führte. Geleitet von Zufällen und Zeichen. Von Schicksal und von Logik.
Sie saßen einander gegenüber und  betrachteten des Anderen Seele. Sie verstanden nicht, was sie da sahen.
 
So schaute er sie einmal an und empfand sie als sonderbar, als einzigartig. Als schön. Und er lächelte, froh, dass sie in sein Leben gefunden hatte. 

Alles schien heller und der Nebel über seinem Leben lichtete sich für kurze Momente.
Er wagte sich an den zweiten Blick und es kam, wie es kommen musste. Er verliebte sich und hoffte, dass es ihr nicht ebenso erging. Doch die Liebe in ihrem Blick war da, war ganz und gar echt und machte ihm Angst.
Es wurde Zeit für den dritten Blick. So nahm er seine Beine in die Hand und rannte und rannte. Bis er sich einen sicheren Hafen gebaut hatte.  Dort weinte er nicht, nicht einmal innerlich. Denn alles war gut, solange er keine weiteren Steine erschuf.
 
Der erste Blick auf ihn war ihr logisch. Liebe auf den ersten Blick, vielmehr Verlangen. Trotz Kontaktlinsen sah sie ihn klar als der, der er sein wollte und sie lächelte.

Der zweite Blick erschien ihr gefährlich, denn da war seine Angst, die sich in ihrer spiegelte und das war nicht gut. Das war es ganz und gar nicht. Sie bangte um ihr Herz, das sie doch aufbewahren musste für den Tag, sollte er denn kommen, an dem es wieder in die Welt blicken würde.
 
Sie nahm ihre Beine in die Hand und rannte und rannte. Bis ihr die Luft ausging. Alleine fand sie sich in der Wüste ihrer Gedanken wieder und begriff. Sie nahm ihr kleines Herz vorsichtig aus seinem Versteck und legte es vor sich. Mit viel Liebe und Mitgefühl erschuf sie ihr Herz neu. Weiß und frei von Verletzung lag es vor  ihr und wollte endlich atmen. Endlich in Erfüllung gehen.

Sie nahm es und lief bis sie seinen Hafen fand.
Die Hände vors Gesicht geschlagen wagte er nicht, sie anzuschauen.
Leise drang ihre Stimme an sein Ohr:
„Mein Herz und ich sind bei dir. Es ist ganz weiß. Schau nur hin!“
Vorsichtig  hob er den Blick, sah ihr weißes Herz, das nun unschuldig in die Welt blickte, das Lächeln der Frau spiegelte und erwartungsvoll nach oben sah. 

Die Angst schnürte ihn zusammen. Dieses Herz könnte leben, wenn es nicht seinem Blick ausgesetzt wäre. Schnell vergrub er sich wieder in seinen Händen. 

Da spürte er eine Berührung an seiner Wange. Links und rechts spürte er ihre Berührung und sie sprach:
„Es ist gut. So wie wir sind, sind wir gut. Ich hab dich zum dritten Mal betrachtet. In deiner Angst. Und in meiner. Die deiner in nichts nachsteht. Und es ist gut. So wie es ist. Mein Herz wird in deinen Händen nicht zu Stein, es wird Farbe bekommen. Es wird rot werden, mit kleinen Narben, die ganz die unseren sind. So wie ich die Deine bin.  Schau mich nur an. Wenn du soweit bist, schau mich an. Ich bleibe an deiner Seite.“
 
Und er weinte laut und schluchzte. Der Kampf in ihm brach hervor. Sein Leben hatte ihn gelehrt, dass der Vater recht hatte. Immer.
Und da kam diese Fremde und veränderte seine Wünsche, seine Gedanken - in weniger als einem Jahr, in weniger als einem Monat.
Wie ein Regenbogen stahl sich ein Lächeln unter seine Tränen.
Würde er den Kopf noch einmal heben?
 
Sie vertraute darauf. 

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herzfetzen – einsame herzen und ihre suche nach glück begleitet Frauen und Männer auf der Suche nach Befriedung im Jetzt, um in Liebe zu finden, was sie ersehnen.
Sei es der andere, sei es eine Geste eines Fremden ...
Glück zeigt sich hier in den kleinen Dingen.
In den kleinen Dingen, die zu großen Momenten werden!


herzfetzen – einsame herzen und ihre suche nach liebe begleitet Männer und Frauen auf der Suche nach der Liebe, die das Gegenstück liefert. Das Gegenstück zur eigenen Unperfektheit, die in den Augen des Gegenübers jedoch in dem Blick der Liebe sich zur Reinheit erhebt.


herzfetzen – einsame herzen und ihre suche nach mehr begleitet die Menschen, die nicht wissen, wonach sie suchen. Die nicht wissen, wohin mit sich und ihren Gedanken.
Auf der Suche nach dem kleinen bisschen Mehr, welches das Leben wohlig macht. Den Blick in den Spiegel zu einem Blick auf Liebe reifen lässt.